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Türmerstube Höchstädt: Auf den Spuren der Stadtgeschichte

Türmerstube Höchstädt: Auf den Spuren der Stadtgeschichte

Im vergangenen Jahr recherchierte Bezirksheimatpfleger Christoph Lang in Höchstädt für einen Vortrag über die Türmer im schwäbischen Barockwinkel. Dabei entdeckte er im Stadtarchiv interessante Unterlagen zu ihrem Einkommen sowie die offiziellen Türmer-Instruktionen.

Der Türmer auf dem Turm der Stadtpfarrkirche war nicht nur Wächter, sondern auch Stadtmusiker. Die Stadt beschäftigte ihn, weil er vom Turm aus nicht nur Signale, sondern auch repräsentative Musik spielen konnte. Bei Gefahr, vorbeiziehenden Soldaten oder Schiffen sowie bei Bränden musste er mit verschiedenen Mundstücken unterschiedliche Warnsignale blasen.

Nur der Türmer hatte das Recht, in der Stadt bei allen Gelegenheiten Musik zu spielen. Zu Hochzeiten, Beerdigungen, Taufen, Kirchenfesten oder Zunftfesten musste erst der Türmer gefragt werden, denn er beherrschte alle Streich- und Blasinstrumente. Das Neujahr-Anblasen vom Turm war in jeder Stadt beliebt, so zogen die Türmer von Dezember bis Januar von Stadt zu Stadt. Als Musikanten verdienten sie sich ein zusätzliches Salär, denn die Städte sparten alle am Grundlohn der Türmer. In den Rechnungen der Stadt Höchstädt sind die Türmer schon ab 1553 nachweisbar.

Die Bestellungsurkunde von Christoph Rueff vom August 1625 umfasst zwölf Punkte über seine Aufgaben zur Wache, zur Repräsentation der Stadt Höchstädt sowie über sein Verhalten auf dem Turm. Dort lebte der Türmermeister Christoph Rueff mit seiner Frau und allen seinen Kindern.

Der Bezirk Schwaben veröffentlicht den Vortrag des Bezirksheimatpflegers in einem Video  mit beeindruckenden Aufnahmen der Türmerstube der Höchstädter Stadtpfarrkirche und von den Türmen anderer Donaustädte bei YouTube unter 

https://youtu.be/-Un8XEXC-YI 

 

Autorin und Bild: Gislind Scherer

 

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